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R&D-Forschungsfall #1:

Der Stromausfall am Silvester-Abend

In dieser Reihe an Veröffentlichungen, möchten wir Ihnen in regelmäßigen Abständen einige unserer interessanten R&D-Fälle aus dem Stellar Labor vorstellen. In der ersten „Episode“ geht es um den Datenverlust an einem RAID 5 Server, der bedauerlicherweise durch einen kurzen Stromausfall am Silvesterabend 2014/15 ausgelöst wurde.

Die Überschrift dieses Beitrags erinnert den Einen oder Anderen womöglich an den Titel eines schlechten Horrorfilms. Falls ja, liegen Sie damit gar nicht mal so falsch, denn Datenverluste durch Stromausfälle oder kurzfristige Spannungsveränderungen, stellen für die Betroffenen, wahre Horrorszenarien dar. Stromausfälle sind als Gründe für einen Datenverlust nicht zu unterschätzen. So hat das Allianz Zentrum für Technik, bereits vor mehr als einem ganzen Jahrzehnt, mit einer umfangreichen Studie auf die „Risiken der Stromversorgung“ hingewiesen. Das Ergebnis dieser Studie deutete stark daraufhin, dass die Anzahl an Stromausfällen in den kommenden Jahren weltweit stark ansteigen würde und somit Auslöser für immense technische Schäden werden könne (Blackout-Risiko). Nicht umsonst stößt man auf zahlreiche Fälle von geschädigten Speichermedien und entsprechenden Schadensersatzklagen, wenn man das Netz auf der Suche nach diesem Themengebiet durchstöbert.

R&D-Bericht

Problembeschreibung: Es gab einen kurzen Stromausfall am Silvesterabend. Somit wurde das System des RAID 5 Servers nicht ordnungsgemäß heruntergefahren. Dies führte zu einer Beschädigung des Datenträgers.

Die Folge – korrupte VHDX Datei(en). VHD steht für „Virtual Hard Disk“ und beschreibt somit den Zustand eines virtuellen Laufwerkformats. Leider ist es zu Beginn des Datenrettungsvorgangs nicht möglich, die Daten vom beschädigten VHDX zu extrahieren.

Technische Vorgänge: Um die „kollabierte“ Struktur des Systems auslesen und wiederherstellen zu können, müssen zunächst komplexe, logische und mathematische Algorithmen erstellt werden. Leider stellt sich heraus, dass ein automatischer Datensuchlauf mit unseren fortschrittlichen Programmen, bei diesem Ausmaß der Beschädigung, nicht möglich ist. Somit muss ein manueller Suchvorgang gestartet werden.

Unsere Feststellung – selbst einfachste Administrationsdaten sind nicht mehr auffindbar bzw. lesbar.

Herausforderung: Konventionelle Vorgänge einer RAID Datenrettung sind hier nicht anwendbar, da die Datenstruktur bzw. viele der Administrationsdaten verloren bzw. zu stark beschädigt sind.

Die Folge – Es muss für diesen speziellen Fall der Datenrettung, eine komplett neue Anwendung programmiert werden.

Obwohl alle vier HDDs des RAID 5 Servers problemlos funktionieren (kein physischer Schaden), macht der logische Fehler (korrupte VHDX) eine Datenrettung unmöglich. Die Konsistenz der Daten auf dem Server hat sich aufgrund des plötzlich eingetretenen Stromausfalls aufgelöst. Der Bereich der Administrationsdaten wurde komplett gelöscht. Lediglich die Rettung von kleineren, nicht fragmentierten Daten scheint bei dieser Art der Beschädigung möglich zu sein.

Lösungsansatz: Ein Tiefenscan mit versuchter Rettung des virtuellen Laufwerks wird unternommen. Dieser Vorgang führt zur Ermittlung gelöschter VHDX Dateien.

Weiterer Vorgang – Die Funktionalität und Leistung der selbstentwickelten Anwendung wird entsprechend der Anforderungen, durch unsere RAID Spezialisten angepasst.

15 mögliche Partitionsbezeichnungen wurden gefunden. Die Authentizität dieser wurde überprüft, doch leider lässt sich trotz manuellem check, mit den vorhandenen Informationen, keine Datenrettung durchführen.

Resultat: Die Datenstruktur ist komplett und unumkehrbar zerstört. Eine Datenrettung ist somit nicht möglich.

Zusätzliche Informationen: Die für diesen speziellen Fall entwickelte Anwendung, lässt sich womöglich auch erweitern und bei ähnlichen Fällen einsetzen.

Wir sind hier, um Ihnen zu helfen!